Vorstellung: Spyderco Stretch CF

14. Juni 2009

Galerien und Berichte - von Lars

Vorstellung: Spyderco Stretch CF

Die Entwicklung des Stretch CF (auch Stretch II genannt) war ein Projekt, dem sich Spyderco-Chef Sal Glesser wie einem Lieblingskind widmete. Das Design ist letztlich ein Adaption eines der ersten Messer in der Spyderco-Produktpalette: das C03 Hunter. Über verschiede Zwischenstufen wurden Klingenform und –größe, Schliff und Klingengeometrie, Griff und Clip immer wieder verbessert. Am Ende dieser Entwicklungskette steht nun das Stretch II. Insgesamt sind laut Sal Glesser viele Monat Arbeit in das Modell geflossen, um das Design zu perfektionieren.

C03 Hunter wurde in der Zeit von 1983 bis 1995 angeboten. Ab 1991 kam das Design in einer überarbeiten Version mit der SKU C13 auf den Markt und wurde zunächst unter dem Namen Pro Hunter, später als Pro Venator und zuletzt unter der Bezeichnung Pro Grip vertrieben. Dieses Model hatte bereits die Kraton-Einlagen in den Stahlgriffen, die sich später beim Stretch I wieder finden sollten. 1994 kam das Pro Grip zusätzlich in einer Lightweight-Version mit FRN-Griffen mit der SKU C33 heraus und war bis 2005 am Markt.

Das Stretch

Trotz der unbestrittenen Qualitäten war dem Stretch I, das 2004 mit der SKU C90 eingeführt wurde, am Markt kein großer Erfolg beschieden. Sal Glesser schiebt das darauf, dass die Kombination aus Stahlgriffen und Kraton-Einlagen offenbar nicht mehr dem aktuellen Geschmack entsprach. Um dem Design noch ein Chance zu geben, wurde von Spyderco bewusst einen hochpreisige Variante mit ausgesuchten und hochwertigen Materialien geplant, um die Vorzüge des Modells in das bestmögliche Licht zu rücken. Das Messer mit der SKU C90 CF wurde bewusst für die Zielgruppe konzipiert, die Sal Glesser fast liebevoll „Afis“ nennt. Dieser von Aficionado abgeleitete Begriff steht für Messerliebhaber und Spyderco-Anhänger.

Als Griffschalen werden hier die leichten, aber robusten und widerstandsfähigen Carbon-Faser-Platten in der aufgerauten Version (peel ply) montiert, die auch beim Sprint Run des Military-Modells zum Einsatz kamen. Das ist rutschsicherer, Hand- und Auge würde jedoch die polierte Version wie beim Caly 3 mehr schmeicheln.

Stahl und Klinge

Als Stahl wurde ZDP-189 gewählt, der hier (erstmals bei Spyderco?) nicht in Laminat-Bauweise verwendet wurde. Dieser pulvermetallurgisch Stahl erzeugte Stahl, verfügt über ein feines Gefüge und wird von Spyderco auf ca. 65 HRC gehärtet. Gerade wegen der hohen Härte und der damit möglichen Ausbrüche sowie des erforderlichen Aufwands beim Schärfen, ist der Stahl nicht unumstritten. Sal Glesser hält ihn jedoch für einen der besten aktuellen Messerstähle bzw. schlicht für den bisher besten Hitachi-Stahl. Gegenüber dem Stretch I wurde die Klingenstärke beim Stretch II noch einmal verringert, die Klingenspitze dünner ausgeschliffen und die Klinge insgesamt mit einem durchgehenden Flachschliff versehen. Damit ist klar, dass das Messer vor allem für eins Entworfen wurde: zum Schneiden. Sal Glesser sieht es mehr als „High Performance Tool” als als taktisches Einsatzmesser.

Bei Klingenform und –länge wurde bewusst Rücksicht auf die weltweit zunehmenden Befindlichkeiten gegenüber Taschenmessern genommen. Die 9 Zentimeter stellen dabei aus Sicht von Spyderco einen gelungen Kompromiss für Nutzer dar, die eigentlich große Taschenmesser brauchen oder bevorzugen, ihre Umwelt aber nicht erschrecken wollen. Zusätzlich wurde für die Klinge eine möglichst „freundliche“ Form gewählt.

Sal Glesser zum Stretch

In verschiedenen Internet-Foren wird Sal Glesser nicht müde, weitere Vorzüge des Modells anzupreisen:

„A full, but skeletonized liner offers strength, a close tolerance base for pins and screws, especially clip screws, in a light package. Jimping on the spine and choil for grip and safety.“

„An oversized hole makes gloved openigs easier.“

„A proven mid-lock-back, strong and reliable, with a strong self-close so it doesn’t give the feeling of a “flick” knife. A “Boye dent” offers safety and indexing.“

„Efficient blade shape capable of performing a multitude of cutting tasks effectively, comfortable ergos for most hand sizes, Good steel, wide full flat grind, finger choil for close cutting, thin enough to carry and not know it’s there, 4 way dedicated clip.“

Fazit

Für viele ist das Stretch II das fehlende Bindeglied zwischen dem Calypso 3 und dem Military, die in letzter Zeit ebenfalls in limitierter Auflage mit Kohlefasergriffschalen auf den Markt kamen. Derzeit befindet sich eine FRN-Version des Stretch mit eingelegten Stahlplatinen und VG10 als Klingenstahl in Vorbereitung. Von der Konstruktion sind diese mit dem Erfolgsduo Delica/Endura 4 vergleichbar, von der Klingenlänge soll das Messer genau zwischen den beiden liegen und mit einem durchgehenden Flachschliff versehen werden. Möglicherweise kommt in dieser Version dann endlich der Durchbruch dieses schneidfreudigen Allrounders, den auch Sal Glesser oft in die Hosentasche steckt, um In- und Outdoor-Schneidaufgaben zu bewältigen.

Quellen

http://www.spyderco.com/catalog/details.php?product=278
http://www.spyderco.com/forums/showpost.php?p=470796&postcount=5
http://www.spyderco.com/forums/showpost.php?p=317195&postcount=251
http://www.spydiewiki.com/index.php?title=C03_Hunter
http://www.spydiewiki.com/index.php?title=C13_Pro-Grip
http://www.spydiewiki.com/index.php?title=C33_Pro-Grip
http://www.spydie.nl/
http://www.messerforum.net/showthread.php?t=50355

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